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2022-08-08 17:30:45 +02:00

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Was ist Amateurfunk?

Das Hobby Amateurfunk ist sehr vielfältig und umfangreich. Ein Funkamateur lernt für seine Prüfung Elektrotechnik, Betriebstechnik und natürlich wie er sich gesetzeskonform verhält.

Der Amateurfunk dient der Ausbildung, dem experiementellen Funkbetrieb sowie der Völkerverständigung und der Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen.

Als Funkamateure dürfen wir nicht nur weltweite Funkverbindungen aufbauen, sondern auch mit modifizierten oder gar selbst gebauten Geräten und Antennen funken oder gar mit neuen, oft digitalen Betriebsarten experimentieren.

Warum Amateurfunk?

In Zeiten von Internet und Smartphones wundert man sich, ob das Thema Amateurfunk nicht eigentlich obsolet ist. Warum benötigt man die grossen Geräte, die Antennen und alles was dazu gehört, wenn man mit dem kleinen Computer in seiner Hosentasche komfortabel mit der ganzen Welt reden, Fernsehn gucken und im Internet surfen kann?

Die Frage kann nur jeder Mensch für sich beantworten, aber hier ein paar Mögliche Antworten:

  • Amateuerfunk funktioniert immer und überall, sofern es die Ausbreitungsbedingungen erlauben.

  • Es besteht keine Abhängigkeit zu kommerzieller Infrastruktur.

  • Wenn man möchte, hat der Amateurfunk sehr viel mit Computern und digitalen Medien zu tun. Digitale Betriebsarten erlauben so viel mehr als nur die reine Übertragung von Text.

  • In der Ausbildung lernt man u.a. im Bereich Elektrotechnik und Elektronik eine ganze Menge. Das Lernen für die Prüfung ist aber nur der Anfang. So hast du eine tolle Motivation, dich weitergehend mit der Technik und Physik zu beschäftigen.

  • Du darfst deine eigenen Funkgeräte bauen oder entsprechend modifizieren. Das erlernte Wissen eignet sich aber auch für z.B. Elektro-Installationen.

  • Funkamateure gibt es auf der ganzen Welt, über das gemeinsame Hobby sind schon so manche Freundschaften und gegenseitige Besuche entstanden.

  • Auf so genannten DXPeditons reisen Funkamateure in Gegenden in denen es keine oder nur sehr wenige Funkamateure gibt. Diese Reisen mit Expeditionscharakter dienen dazu, seltene Bereiche der Welt zu "aktivieren".

  • Das Pokemon-Phänomen ist bei uns schon lange weit verbreitet. Wer möchte, sammelt Funkkontakte mit allen Ländern dieser Welt, mit der ISS oder den Polarstationen. Einer der Begehrtesten Funkkontakte im Logbuch ist übrigens der mit einer Station aus Nordkorea.

  • Gerade auf Reisen in entlegene Gegenden ist Amateurfunk neben der teuren Satelitentelefonie der einzige Weg mit der Heimat in Kontakt zu bleiben oder Hilfe zu rufen. Auch der Empfang von E-Mails, Wetterfaxen oder Nachrichten ist über die Kurzwelle möglich.

Was kann Amateurfunk?

  • Weltweite Funkverbindungen ohne zusätzliche Infrastruktur wie Internet oder Telefonnetz

  • Morsetelegrafie

  • Datenübertragung ohne Internet- oder Telefonnetz (E-Mails, Wetterbericht, sonstige Nachrichten)

  • Sprach- und Datenfunk über (Amateurfunk-) Sateliten oder mit der Internationalen Weltraumstation (ISS)

  • Betrieb und Aufbau von Relaisstationen (Repeater) für Mobil- und Handfunkgeräte

  • Aufbau von Funknetzen für den Katastrophenschutz und Übermittlung von Nachrichten im Notfall

  • Austausch von Positionsdaten via Funk (z.B. APRS)

  • Weitreichende, breitbandige Datenverbindungen für Internet-Anwendungen über WLAN, Mikrowelle oder Laser

  • Fernsehübertragungen

  • Und noch vieles, vieles mehr ...